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Europäische Energiepolitik entscheidend für Wettbewerbsfähigkeit der Industrie

21.05.2013 | id:1571041

Energiepolitik und Energiepreise sind entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie. Wie kann die EU auf die sinkenden Energiepreise in den USA reagieren und die Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Industrie bewahren? Diese und andere Fragen wurden auf dem Ersten Europäischen Energiekongress am 14./15.05. in Brüssel diskutiert.     

„Welche Rolle spielt Energie für Europas Wettbewerbsfähigkeit" war das Thema einer hochrangig besetzten Podiumsdiskussion im Rahmen des ersten Europäischen Energiekongresses in Brüssel. Holger Kunze, Leiter des VDMA European Office, der als Industrievertreter an der Podiumsdiskussion teilnahm, betonte die besondere Bedeutung von verlässlichen und eindeutigen Rahmenbedingungen insbesondere für die in den Energiebereich investierenden Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus.    

Reform des Energiemarktes erforderlich

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion Michael Süß (Mitglied des Vorstands von Siemens), Angelika Niebler (Mitglied des Europäischen Parlaments) sowie zwei Vertreter der Energieerzeuger waren sich einig, dass der fragmentierte Energiemarkt in Europa so schnell wie möglich vereinigt werden muss, um die brach liegenden Potenziale des Binnenmarktes voll ausschöpfen zu können. Die Nutzung in Nordeuropa von in Spanien erzeugter Solarenergie ist nach wie vor eher Vision als Realität. Der Druck diesbezüglich endlich Fortschritte zu machen, wird derzeit immer größer angesichts der Tatsache, dass Energiepreise immer mehr zu einem Problem für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie werden.    

Werden energieintensive Industriesektoren Europa verlassen?

Die Europaabgeordnete Niebler wies daraufhin, dass Standortverlagerungen aufgrund der hohen Energiepreise bei den energieintensiven Industriesektoren bereits begonnen hätten. „Obwohl der Maschinenbau nicht so stark unter den Energiepreisen leidet wie die energieintensiven Industrie, haben wir ein großes Interesse daran, unsere Wertschöpfungsketten in Europa zu erhalten. Selbst wenn es schwer sein wird, dasselbe Energiepreisniveau wie in den USA zu erreichen, muss es uns gelingen die Energiepreise durch ein intelligentes und effizientes Energiemarktdesign erheblich zu reduzieren," sagte Kunze. Darüber hinaus wäre es ein wichtiger Schritt vorwärts, wenn es gelänge, die immensen Energieeffizienzpotenziale zu heben.   

Wird Europa liefern?

Die Diskussion machte deutlich, dass es einen breiten Konsens der verschiedenen Interessensgruppen im Hinblick darauf gibt, dass die EU einen effizient funktionierenden europaweiten Binnenmarkt für Energie dringend benötigt. In diesem Zusammenhang kommt vor allem Deutschland eine hohe Verantwortung zu. Im Hinblick auf die Ausgestaltung dieses Binnenmarktes und die Frage wie die Rahmenbedingungen für einen europäischen Energiemarkt konkret aussehen sollten, unterscheiden sich die Meinungen zum Teil gravierend. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die EU die Kraft hat, die gegensätzlichen Interessen einzelner Mitgliedstaaten zu überwinden und der große Schritt hin zu einem europäischen Energiemarkt gelingt.    

Bildquelle : vivian hertz photography

Kunze, Holger
Kunze, Holger
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