VDMA: Maschinenbau fordert EU-Kreislaufwirtschaft ohne Lücken

02.12.2015 | id:10988966

Der deutsche Maschinenbau unterstützt ein ambitioniertes Paket für mehr Recycling in Europa, warnt aber vor einseitiger Regulierung für einige Industrien. Aus Sicht des VDMA darf sich das für den 2. Dezember von der EU-Kommission angekündigte Kreislaufwirtschaftspaket nicht überproportional auf Vorschriften für die Gestaltung von Produkten beschränken.

„Der Maschinenbau unterstützt ein ambitioniertes Kreislaufwirtschaftspaket. Vorschriften für Produkte zu formulieren kann aber nur ein Baustein sein“, sagt Naemi Denz, Mitglied der Hauptgeschäftsführung im VDMA. „Die Investitionsgüterindustrie hat grundsätzlich kein Problem mit Anforderungen, nach denen Produkte einfacher wiederzuverwerten oder zu reparieren sein müssen. Aber wenn die EU für besseres Recycling sorgen will, muss sie sich die ganze Wertschöpfungskette anschauen, vom Rohstofflieferanten bis zur Mülldeponie.“

Ein Beispiel für Lücken in der EU-Kreislaufwirtschaft ist aus Sicht des VDMA die Tatsache, dass es in vielen europäischen Staaten keine Deponieverbote für verwertbare Produkte gibt. Lücken sieht der Verband bislang auch in der Verfolgung von illegalen Müllexporten in Länder außerhalb der EU.

„Die EU muss sicherstellen, dass verwertbare Produkte auch wirklich wiederverwertet werden“, fordert Denz. „Niemandem ist geholfen, wenn Hersteller viel Geld in eine bessere Wiederverwertbarkeit ihrer Produkte investieren und diese am Ende auf einer Mülldeponie landen. Darüber hinaus ist der illegale Export von Müll aus Europa nach wie vor Realität. Auf diese Probleme muss sich die Politik mindestens genauso konzentrieren wie auf Produktvorgaben. Von einer Kreislaufwirtschaft kann die EU-Kommission nur dann glaubhaft sprechen, wenn eine hochwertige Wiederverwertung gewährleistet wird.“ 

Kontakt: eike.radszuhn@vdma.org

Bildquelle : Steinert

Radszuhn, Eike
Radszuhn, Eike
Der VDMA in Brüssel
 

29.08.2014

Der VDMA in Brüssel

Das Büro des VDMA in Brüssel versteht sich als Brücke zwischen Wirtschaft und Politik. Seine Mitgliedsunternehmen informiert der Verband frühzeitig über politische Entwicklungen, die den Maschinenbau betreffen. Für die Entscheidungsträger in Brüssel ist der VDMA kompetenter Ansprechpartner mit tiefem Fachwissen über den Maschinenbau, damit Gesetzgebung nicht an der Realität in den Betrieben vorbei geht.

Artikel anzeigen
Themen
 

12.10.2018

Themen

Unsere Themen:

Artikel anzeigen
Positionen
 

12.10.2018

Positionen

Hier geht es zu unseren Positionen.

Artikel anzeigen
Technik
 

19.09.2018

Technik

Im Maschinenbau ist Massenfertigung eher die Ausnahme; viele der Produkte sind Investitionsgüter, die in kleinen Serien oder in Einzelfertigung entstehen. Die Grundlage für die Regulierung bilden in der EU sehr erfolgreich harmonisierte Normen und das CE-Kennzeichnungssystem. Dabei wird sichergestellt, dass alle europäischen Hersteller den gleichen Vorgaben unterliegen, wenn sie ihre Produkte auf den Markt bringen – und auch, dass gleichzeitig ihre unternehmerische Freiheit bewahrt bleibt. Der VDMA fordert, diesen Ansatz in der EU beizubehalten und weiter zu entwickeln. Auch weltweit birgt dieses Vorgehen Chancen durch die stärkere Nutzung des internationalen Normungssystems.

Weiterführende Themen aus dem Bereich Technik

Artikel anzeigen
Revidierte Entsenderichtlinie droht Dienstleistungsfreiheit einzuschränken
 

07.06.2016

Revidierte Entsenderichtlinie droht Dienstleistungsfreiheit einzuschränken

Die EU-Kommission will das Prinzip „gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Beschäftigungsort“ in Europa vorantreiben. Ein aktueller Revisionsvorschlag der Entsenderichtlinie stößt allerdings auf Widerstand bei Mitgliedstaaten und in der Wirtschaft.

Artikel anzeigen