VDMA: EU-Klimabeschluss setzt Signal für Investitionen

24.10.2014 | id:5820649

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) sieht in den EU-Klimazielen für 2030 ein wichtiges Signal für Investitionen in umweltfreundliche Technologien. Der Beschluss, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um 40 Prozent zu reduzieren sowie den Anteil an erneuerbaren Energien und die Energieeffizienz weiter zu steigern, schafft Planungssicherheit. Allerdings ist der Verband enttäuscht über die Rückwärtsrolle bei der Energieeffizienz.

„Für den Maschinenbau sind die Klimaziele ein wichtiges Signal, dass sich größere Investitionen in Umwelttechnologien auch für die Zeit nach 2020 lohnen“, sagte Thilo Brodtmann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des VDMA, meinte aber auch: „Die Ziele allein sagen noch nichts darüber aus, wie sie erreicht werden sollen. In der Vergangenheit hat die Politik in Europa nicht ausreichend Impulse für eine höhere Investitionstätigkeit gesetzt. Es kommt also darauf an, dass der politische Rahmen sinnvoll und kosteneffizient umgesetzt wird.“

Enttäuschend ist die heutige Entscheidung aus Sicht des VDMA mit Blick auf die Energieeffizienz. Die Europäische Kommission hatte vor dem Hintergrund der Versorgungssicherheit und Importabhängigkeit 30 Prozent als Ziel vorgeschlagen statt der nun beschlossenen 27 Prozent. Der jetzige Beschluss schwächt diese Ambition ab und unterschätzt nach Ansicht des Verbands das Potenzial zum Energiesparen.

„Der Beschluss ist mit Blick auf die Energieeffizienz zu ambitionslos. Die Mitgliedsstaaten unterschätzen das Potenzial zum Energiesparen“, sagte Brodtmann. „Zudem wirft der Beschluss Fragen auf zur Beschlussfähigkeit der EU. Maßnahmen zur Energieeffizienz werden sich künftig nur noch schwer durchsetzen lassen, wenn sich der Europäische Rat an dieser Stelle in die Details einmischt."

Mit Blick auf die Pariser Klimaverhandlungen in 2015 erwartet die Investitionsgüterbranche von den europäischen Verhandlungsführern alles daran zu setzen, die heutige Einigung im Interesse eines internationalen Abkommens zu nutzen. „Weltweit gleiche Voraussetzungen in der Klimapolitik würden Europas Unternehmen enorm stärken. Gleichzeitig würde die Internationalisierung von Produktnormen und Standards in der Umwelttechnik Auftrieb bekommen,“ sagte Brodtmann.

Kontakt: hanna;blankemeyer@vdma.org

Bildquelle : Frenta--Fotolia

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