Kreislaufwirtschaft: VDMA warnt vor zu viel Detailregelung

17.07.2015 | id:8955537

Zu einer umweltfreundlicheren Industrie kann der Maschinenbau einiges beitragen – Überregulierung durch das EU-Parlaments hält der VDMA allerdings für den grundfalschen Weg. Am 9. Juli verabschiedeten die Abgeordneten in Straßburg ihre Position zum umstrittenen Kreislaufwirtschaftspaket, das die Wiederverwertbarkeit aller Produkte in der EU sichern soll. Darin fordert das Parlament unter anderem einen Produktpass – auch für Maschinen und Anlagen – mit genauen Angaben über Reparierfähigkeit, Wiederverwendbarkeit, Haltbarkeit und Recyclierfähigkeit. Die Ziele einer Kreislaufwirtschaft unterstützt der VDMA, appelliert aber an die EU, die Umsetzung nicht komplizierter zu machen als nötig.

Aus Sicht des VDMA liegt das größte Potenzial zum Umweltschutz in der Industrie in neuen Technologien. Immer detailliertere Vorschiften für das Produktdesign schaden allerdings der Innovationskraft und Kreativität. Das trifft vor allem kleine und mittlere Unternehmen, deren Stärke im Wettbewerb mit Konzernen gerade ihre Flexibilität ist – und die durch strikte Vorgaben aus ihren Marktnischen vertrieben werden. Sinnvoller wäre nach Meinung des VDMA, wenn die Politik grundsätzliche Ziele zur Wiederverwertbarkeit von Produkten vorgibt und es den Unternehmen überlässt, die Vorgaben möglichst effizient zu erreichen.

Noch bis zum 20. August befragt die EU-Kommission Verbände, Unternehmen, NGOs und Bürger nach ihrer Position – die Vorderung nach weniger Detailregulierung wird der VDMA hierbei klar vertreten. Überhaupt ist die Kreislaufwirtschaft eines der großen Streitthemen in Brüssel, seit die neue Kommission einen bestehenden Vorschlag zurückgezogen und ein ambitionierteres Paket bis Ende 2015 versprochen hat. Das letzte Wort ist bei der Kreislaufwirtschaft – trotz des Votums des Parlaments – noch nicht gesprochen.

Kontakt: hanna.blankemeyer@vdma.org

Bildquelle : Shutterstock

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