VDMA: Kreislaufwirtschaft auf gutem Wege

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Die europäischen Umweltminister haben das Ziel bestätigt, eine Wirtschaft ohne Müll in Europa aufzubauen. Der Maschinenbau spielt bei diesem Vorhaben eine entscheidende Rolle.

Nicht weniger als die Abschaffung des Mülls hatte die EU-Kommission bei Verabschiedung des Kreislaufwirtschaft-Aktionsplans vor drei Jahren versprochen. Nun haben die europäischen Umweltminister diese Grundausrichtung der EU-Umweltpolitik bestätigt. „Müll wird wieder zu einer Ressource – auch dank der Innovationskraft des Maschinen- und Anlagenbaus“, sagt Naemi Denz, Mitglied der Hauptgeschäftsführung im VDMA „die EU hilft den Unternehmen dadurch, dass sie auf internationale Standardisierung und den Ausbau von Recyclingmöglichkeiten setzt. Investitionen in die Recyclingfähigkeit von Produkten lohnen sich nur dann, wenn Produkte nach ihrer Nutzungszeit adäquat wiederaufbereitet werden können.“ Eine weitere Voraussetzung ist die Entwicklung von Märkten für Sekundärrohstoffe. Die Umweltminister fordern insbesondere internationale Standards für Kunststoffrezyklate, um Vertrauen in ihre Qualität und somit die Nachfrage zu steigern – was auch eine zentrale Forderung des VDMA ist.

Maschinenbauer müssen sich aber auch auf mehr Bürokratie einstellen. Bis 2030 soll die Rückverfolgbarkeit von besorgniserregenden Stoffen von ihrer Entstehung bis zum Recycler gewährleistet sein – was eine Voraussetzung für die unbedenkliche Wiederverwendung von Materialien ist. Kritisch sieht der VDMA allerdings, dass dies über eine Datenbank geschehen soll, wie sie das eben reformierte EU-Abfallgesetzt vorsieht. Demnach haben auch Maschinenbauer die Pflicht, bestimmte Stoffe in ihren Produkten anzugeben. „Die eben beschlossene Datenbank für besorgniserregende Stoffe in Erzeugnissen ist ein Beispiel für überhastete Regulierung“, sagte Denz weiter. „Statt gemeinsam mit der Industrie an praktikablen, digitalunterstützten Lösungen zu arbeiten, müssen Unternehmen jetzt rätseln, wie die neue Berichtspflicht umzusetzen ist“. Die Umweltminister wiederholten ihre Forderung die gesamte Lieferkette transparent zu machen – das ist ohne digitale Lösungen aber nicht denkbar. Jetzt gilt es unter Einbeziehung aller Stakeholder die neue Datenbank händelbar für alle Beteiligten zu gestalten.

Die Ratsschlussfolgerungen sind hier einsehbar.