EU-Stakeholderforum: Europa diskutiert Zukunft von Industrie 4.0

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Wirtschaftsministerium und EU-Kommission hatten am 31.Januar zur Konferenz "Digitising European Industry" nach Essen eingeladen. Die Veranstaltung zeigt, dass Industrie 4.0 mittlerweile europäisch angegangen wird.

Es war die erste große europapolitische Konferenz zu Industrie 4.0: Wirtschaftsministerium und EU-Kommission hatten am 31.Januar zur  Konferenz "Digitising European Industry" nach Essen eingeladen. Gefolgt waren Industrie und Politik aus ganz Europa, darunter auch Vertreter des VDMA und des Maschinenbaus. Die Veranstaltung zeigt, dass Industrie 4.0 mittlerweile europäisch angegangen wird.

Der Ort war gut gewählt: Das Unesco-Weltkulturerbe der Zeche Zollverein stellte die Kulisse für die Debatten um die nächste industrielle Revolution. Einig waren sich alle Teilnehmer, dass europäische Koordinierung nötig ist. In vielen Ländern Europas haben sich digitale Initiativen mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Ansätzen gegründet, die aber ohne EU-Binnenmarkt nur Stückwerk bleiben werden.

 

EU-Kommission mit klaren Absichten

Die EU-Kommission stellte klar, dass sie gewillt ist, den digitalen Wandel europäisch zu gestalten und Themen wie Haftung, Datenaustausch und Datenspeicherung – falls nötig – auch gesetzgeberisch regeln will. Auch Geld soll fließen: mit rund 500 Milionen Euro soll u.a. die Basis für digitale Plattformen in der Industrie gelegt werden.

Man wolle aber keine Vereinheitlichung der Initiativen, sondern den Dialog und das gegenseitige Lernen befördern. "Unsere Stärke in Europa besteht darin, dass wir uns gegenseitig ergänzen”, beschrieb der stellvertretende Generaldirektor Khalil Rouhana die Philosophie der Kommission. Deutlich wurde dies auch bei der Vorstellung der nationalen Plattformen wie beispielsweise „L’Industrie du Future“ in Frankreich oder „Industria Conectada 4.0“aus Spanien, die auf den nationalen Stärken und Besonderheiten der Ländern aufbauen und trotz Namensähnlichkeit keine Kopien von Industrie 4.0 sein wollen.

 

Starkes VDMA-Engagement in den Arbeitsgruppen

Die Konferenz war der Auftakt zu einer Serie von Stakeholder-Foren, mit denen die Kommission den Dialog mit Industrie und Mitgliedsstaaten sucht. Ergänzt werden diese durch “Roundtables“ mit Industrie und Gesellschaft, einer "Plattform der nationaler Initiativen" und Workshops - beispielsweise zu rechtlichen Rahmenbedingungen oder digitalen Plattformen. Der VDMA begleitet diesen Prozess aktiv, ist in den wesentlichen Arbeitsgruppen vertreten und setzt sich dafür ein, dass ein echter EU-Binnenmarkt für Industrie 4.0 entsteht.