EU-Verordnung zu Konfliktmineralien belastet auch den Mittelstand

Fotolia | Lynn Bendickson

Das Europäische Parlament will die Verwendung von Wolfram, Tantal, Zinn und Gold strenger regulieren. Aus Sicht des VDMA schießt die Verordnung jedoch über das Ziel hinaus.

Für Maschinenbauer wird es in der EU auch in Zukunft keine verpflichtenden Herkunftsnachweise bei der Verwendung der sogenannten Konfliktmineralien Wolfram, Tantal, Zinn und Gold geben. Allerdings sollen Unternehmen, die Herkunft und Verwendung von Konfliktmineralien entlang der gesamten Wertschöpfungskette dokumentieren, wenn sie auf Basis der CSR-Richtlinie der nicht-finanziellen Berichterstattungspflicht unterliegen. Das geht aus einer Verorndnung hervor, die das EU-Parlament am 16. März verabschiedet hat.

Der VDMA befürchtet, dass die betroffenen Unternehmen den Dokumentationsaufwand an ihre Lieferanten und Abnehmer übertragen und somit auch kleinere und mittelgroße Maschinenbauer doch von der neuen Regulierung belastet werden.

Aus Sicht des VDMA schießt die Verordnung über das ursprüngliche Ziel hinaus, die Finanzierung von militanten Gruppen in Konfliktregionen wie dem Kongo einzudämmen. Hierfür hätte es gereicht, sich bei den Auskunftspflichten auf Raffinerien und Importeure zu beschränken. 

 „Die neuen EU-Regulierungen zu Konfliktmineralien belasten den Mittelstand durch die Hintertür. Unternehmen weiter hinten in der Wertschöpfungskette können kaum einen sinnvollen Beitrag zur Dokumentation der Herkunft von Rohstoffen leisten“, bemängelt Holger Kunze, Leiter des VDMA European Office. „Zudem setzt die EU den zweiten Schritt vor dem ersten. Erst ab 2021 gilt die Auskunftspflicht für Importeure. Aber bereits ab 2018 sollen CSR-berichtspflichtige Unternehmen Nachweise über die Herkunft bei Verwendung von Konfliktmineralien erbringen. Das passt nicht zusammen. “

"Unternehmen weiter hinten in der Wertschöpfungskette können kaum einen Beitrag zur Dokumentation von Rohstoffen leisten"