VDMA: Digitalen EU-Binnenmarkt stärker an der Industrie ausrichten

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Die EU-Kommission hat eine positive Zwischenbilanz zum Digitalen Binnenmarkt gezogen. Der VDMA fordert eine stärkere Berücksichtigung der Industrie.

Seit zwei Jahren arbeitet die EU-Kommission an einem Digitalen Binnenmarkt in Europa – doch noch immer geht die Initiative aus Brüssel zu oft an den Bedürfnissen der Industrie vorbei. Dem positiven Zwischenfazit der EU-Kommission vom 10. Mai zum bisherigen Stand des Digitalen Binnenmarktes kann sich der VDMA daher nur in Teilen anschließen. Richtig ist, dass die Digitalisierung einen europapolitischen Rahmen braucht. Die EU konzentriert sich dabei aber nach wie vor zu sehr auf die Belange von Verbrauchern und Startups und  wird  den Herausforderungen  der digitalen Welt (Industrie 4.0) nicht immer gerecht.  

Bestes Beispiel ist der Umgang mit Daten, die in einer digitalisierten Produktion entstehen. Bisher konzentriert sich der Digitale Binnenmarkt zum einen auf Verbraucherdaten, und in diesem Zusammenhang auf Datenschutz. Zum anderen will die Kommission neue Geschäftsmodelle für Startups ermöglichen und nicht-personenbezogene Daten als eine Art Rohstoff möglichst öffentlich verfügbar machen. Beide Ansätze lassen sich nicht auf Industrieunternehmen übertragen. Deshalb setzt sich der VDMA dafür ein, Maschinendaten im Digitalen Binnenmarkt gesondert zu betrachten und Unternehmen selbst die Wahl zu überlassen, welche Daten an Geschäftspartner weitergegeben werden sollen. Dieser besondere Fokus auf Industriedaten aber kommt bei der Kommission nach wie vor zu kurz.

Der besondere Fokus auf Industriedaten kommt bei der Kommission nach wie vor zu kurz

Allerdings hat die EU über den Digitalen Binnenmarkt auch einige für die Industrie wichtige Initiativen angestoßen, die unbedingt weitergeführt oder gar intensiviert werden müssen. Das Ziel der Kommission, flächendeckende Infrastruktur für schnelles und verlässliches Internet aufzubauen, deckt sich mit den Ansprüchen der Industrie. Auch der europäischer Ansatz für Cybersecurity ist eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg von einer digitalen Produktion. Der VDMA fordert die Kommission aber dazu auf, in diesen industriepolitischen Themen künftig noch stärker den breiten Dialog mit der Industrie zu suchen - die Digitising European Industry-Initiative kann dazu den Weg weisen. Gerade der Maschinenbau kann  der Politik wichtige Erfahrungswerte liefern, wie sich der EU-Binnenmarkt für digitale und reale Produkte sinnvoll verzahnen lässt.

Die EU-Kommission hat in ihrer Midterm-Review zu Digitalen Binnenmarkt dazu aufgerufen, ihre Vorschläge möglichst zeitnah umzusetzen. Weitere Informationen gibt es auf der Website der Kommission unter diesem Link.