EU-Chefverhandler warnt Maschinenbauer: Bereiten Sie sich auf den Brexit vor!

European Union 2016

Auf dem achten Europapolitischen Empfang des VDMA und der Deutschen Messe hat Michel Barnier die Unternehmen aufgefordert, sich frühzeitig Gedanken über die Auswirkungen des Brexit zu machen.

Mit deutlichen Worten hat Michel Barnier die europäischen Maschinenbauer aufgefordert, schon jetzt Vorkehrungen für den EU-Austritt Großbritanniens zu treffen. „Bereiten Sie sich für alle denkbaren Szenarien vor – und zwar jetzt“, sagte der Brexit-Chefverhandler der EU-Kommission auf dem Europapolitischen Empfang des VDMA und der Deutschen Messe auf der Hannover Messe. Sollten sich EU und das Vereinigte Königreich auf eine Übergangsphase einigen, müssten Unternehmen zwar bis Ende 2020 kaum mit radikalen Veränderungen rechne. Was danach passiert, sei aber eine völlig andere Frage.

Auf dem 8. Europapolitischen Empfang schob Barnier zudem den Briten die Verantwortung für den weiteren Verlauf der Verhandlungen zu. „Die Position der EU ist bekannt. Es ist jetzt Sache Großbritanniens, ihre Vorstellung von der künftigen Beziehung mit den verbleibenden Mitgliedsstaaten aufzuzeigen.“ Leider hätten die Briten sehr früh eine Reihe roter Linien gezogen, die nun wenig Spielraum ließen für mehr als ein Freihandelsabkommen. Die vier Grundfreiheiten der EU beispielsweise seien weder verhandelbar noch zu trennen. „Aber wenn sich die roten Linien der Briten ändern, ändert sich die Ausgangslage für die Verhandlungen“, sagte Barnier.

"Wenn sich die roten Linien der Briten ändern, ändert sich die Ausgangslage für die Verhandlungen“

Zuvor hatte VDMA-Präsident Carl Martin Welcker vor den negativen Folgen des EU-Austritts des Vereinigten Königreichs für die Industrie gewarnt. „Der Brexit ist das Gegenteil dessen, was Unternehmen brauchen. In den Verhandlungen geht es daher nur um Schadensbegrenzung.“ Gleichzeitig forderte Welcker, eine möglichst dauerhafte Lösung für die künftige Zusammenarbeit zu finden. „Eine gute Einigung würde nicht nur verhindern, dass sich die Briten mit einem großen Knall aus der EU verabschieden. Sie würde auch sicherstellen, dass EU und Vereinigtes Königreich in den Jahren und Jahrzehnten darauf eng verbunden bleiben.“