Europaabgeordneter Liese diskutiert mit VDMA-Mitgliedsfirma über Entsende-Bürokratie

HF Mixing Group

Beim Ortstermin bei der HF Mixing Group ging es unter anderem darum, wie der Auslandseinsatz von Facharbeitern innerhalb der EU vereinfacht werden kann.

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort ist der Grundgedanke der EU-Entsenderichtlinie. Das konkrete Ergebnis sind bürokratische Meldepflichten, die in allen EU-Mitgliedstaaten unterschiedlich sind. Ein Alptraum für Unternehmen, die darauf angewiesen sind, ihre Monteure oder technischen Fachkräfte in andere EU-Länder zu schicken, um dort Maschinen zu reparieren, zu installieren oder zu warten. Beim Ortstermin des EU-Abgeordneten Dr. Peter Liese bei der VDMA-Mitgliedsfirma HF Mixing Group ging es unter anderem darum, wie Probleme bei der Entsendung innerhalb Europas endlich angegangen werden können.

„Wir verstehen, dass in Europa etwas gegen Lohndumping unternommen wird. Die Umsetzung der Entsendrichtlinie mit ihren unterschiedlichen Melde- und Registrierungspflichten ist jedoch mittlerweile zu einem Bürokratiemonster geworden. Dadurch werden vor allem exportorientierte Unternehmen aus Hochlohnbranchen wie dem Maschinenbau belastet, die nicht im Verdacht des Lohndumping stehen,“ sagt Dr. Keuter, Mitglied der Geschäftsleitung der HF Mixing Group aus Freudenberg – ein Hersteller von Mischtechnik für die Kautschuk und Kunststoff verarbeitende Industrie – im Gespräch mit dem Europaabgeordneten Liese.

"Die Umsetzung der Entsendrichtlinie mit ihren unterschiedlichen Melde- und Registrierungspflichten ist mittlerweile zu einem Bürokratiemonster geworden"

Beate Uebach, im Unternehmen zuständig für die administrative Abwicklung von Entsendungen, berichtete dem CDU-Abgeordneten von mehr als 300 Entsendemeldungen und über 800 Anträge für A1-Bescheinigungen, die das mittelständische Unternehmen bearbeiten muss. „Die Anforderungen sind in allen Ländern unterschiedlich. Zudem sind die Meldeformulare fast immer in der jeweiligen Landessprache und selten ist eine Übersetzung ins Englische vorhanden. Dazu kommt, dass man sich nie sicher sein kann, ob man die richtigen Vorschriften kennt, da diese sich immer wieder ändern. In vielen Ländern muss man eine Kontaktstelle vor Ort benennen, Kunden und Mitarbeiter in schwer verständliche Datenbankstrukturen von Tätigkeitsgebieten bzw. Berufsbildern einordnen, in Polen benötigt man eine digitale Unterschrift. Schon eine Vereinheitlichung der notwendigen Angaben und Dokumente, die bereitgestellt werden müssen, würde uns sehr weiterhelfen“, sagt Uebach.

Liese versprach, das Thema in seiner Fraktion zu thematisieren und auch die neue Kommission, die am 1. November ins Amt kommen wird, für die Problematik zu sensibilisieren. Holger Kunze, Leiter des VDMA European Office bot die Unterstützung des VDMA an und wies daraufhin, dass die Mitglieder des Verbandes in großer Breite von dem Thema betroffen sind. „Unsere Mitgliedsunternehmen können nicht verstehen, wie die EU-Kommission zulassen kann, dass man den eigentlich so erfolgreichen Binnenmarkt mit diesen bürokratischen Maßnahmen aufs Spiel setzt“, sagt Kunze. „Dies wiederspricht nicht nur dem europäischen Gedanken, sondern gefährdet auch die Wettbewerbsfähigkeit einer global erfolgreichen Industrie.“