EU-Kreislaufwirtschaft braucht mehr sektorübergreifende Maßnahmen

Bei der Circular Economy Conference in Helsinki sprachen Politik und Wirtschaft über den Stand der Technik und politische Optionen, die den Übergang zu einer zirkulären und nachhaltigen Wirtschaft beschleunigen können.

Die Gesellschaft insgesamt muss ihren Verbrauch an natürlichen Ressourcen reduzieren - und der Maschinenbau kann dabei die Schlüsselrolle spielen. In Helsinki nahmen nun EU-Gesetzgeber und Industrievertreter an der diesjährigen EU Circular Economy Conference teil. Ziel der Veranstaltung war, den Stand der Technik aufzuzeigen und politische Optionen zu diskutieren, die den Übergang zu einer zirkulären und nachhaltigen Wirtschaft beschleunigen können.

Der VDMA sieht in der Konferenz einen wichtigen Schritt in Richtung einer CO2-armen und widerstandsfähigen Kreislaufwirtschaft. Allerdings muss im Rahmen der europäischen Kreislaufwirtschaft ein sektorübergreifender und umfassenderer Wertschöpfungsansatz gefördert werden, um bestehende Lücken zu schließen.

Die Identifizierung gemeinsamer Lösungen soll dazu beitragen, Trends zu erkennen und Investitionen zu erleichtern. Gemeinsame Metriken, Plattformen, der Austausch von Daten und Wissen tragen zu Transparenz, besseren Entscheidungen und Optimierung bei. Daher ist es von größter Bedeutung, dass die EU ihre Aktivitäten im Bereich der Kreislaufwirtschaft mit mehr Interaktion innerhalb der Wertschöpfungsketten verknüpft, um die erforderlichen technologischen Lösungen bereitzustellen. Die Kombination der Konferenz zur Kreislaufwirtschaft mit der Konferenz Manufacture 2019 über Fertigungstechnologien weist in die richtige Richtung.

So wird es beispielsweise entscheidend sein, die Ressourcennutzung über Sektorgrenzen und Lebenszyklusphasen hinweg zu optimieren. Um wettbewerbsfähig und nachhaltig zu sein, muss die europäische Industrie auf die Anforderungen des Marktes an die Ressourceneffizienz und auf regulatorische Anforderungen reagieren. Unternehmen müssen zukünftig die Erwartungen erfüllen können, Materialien zu ersetzen und Sekundärrohstoffe in der Produktgestaltung und in den Produktionsprozessen zu verwenden. Zu diesem Zweck ist es notwendig, die Ursache-Wirkungs-Beziehungen über Subsystemgrenzen hinweg zu verstehen, die Transparenz und den Datenaustausch zu erhöhen und Synergien zwischen den beteiligten Akteuren zu schaffen. Derzeit fehlt es an einer Zusammenarbeit auf europäischer Ebene, die zu Insellösungen führt. Damit erreichen Investitionen oft nicht eine kritische Masse, um ihr volles Potenzial entfalten zu können.

"Unternehmen müssen die Erwartungen erfüllen können, Materialien zu ersetzen und Sekundärrohstoffe in Produktgestaltung und Produktionsprozessen zu verwenden"