„Markt und Mittelstand in der EU-Industriestrategie nicht vergessen“

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Grün, digital und fit für den Weltmarkt: Auf diesen Weg will die EU-Kommission die europäische Industrie bringen. Zu viel staatliche Lenkung wäre dabei der falsche Weg.

In der neuen Industriestrategie der EU finden die Anliegen und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen wieder mehr politische Beachtung. Der VDMA sieht dies als ein gutes Zeichen für die künftige EU-Politik. „Der Maschinen- und Anlagenbau hat genau die Technologien und Lösungen für eine umweltfreundliche und wettbewerbsfähige Industrie“, sagt Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA.

Neben dem Wandel zu einer nachhaltigeren Wirtschaft beabsichtigt die Industriestrategie auch, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Unternehmen zu stärken und vor unfairem Wettbewerb zu schützen. Grundsätzlich unterstützt der VDMA diese Ziele, warnt aber vor staatlicher Lenkung und einer Überfrachtung der EU-Industriepolitik mit nationalen Aufgaben wie etwa der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik. Sorge bereitet der Maschinenbauindustrie auch die Tendenz der Politik, immer mehr auf staatliche Interventionen zu setzen. „Ein Fokus auf wenige Wertschöpfungsketten und Technologien ignoriert das breite Spektrum des Mittelstands. Gute Industriepolitik ist technologieneutral, sorgt für exzellente Rahmenbedingungen und setzt ansonsten auf die Kraft der Märkte und der Unternehmen in Europa“, sagt Brodtmann.

Europäische Champions entstehen aus Sicht des VDMA nicht durch Schutz und Subventionen, sondern im fairen Wettbewerb. Der EU-Binnenmarkt und das EU-Wettbewerbsrecht setzen dazu nach wie vor den richtigen Rahmen. Der Binnenmarkt hat bisher zahlreichen EU-Champions als Basis für ihren internationalen Erfolg gedient. Eine Politisierung der Wettbewerbsregeln, etwa in Form einer EU-Ratserlaubnis für Fusionen, lehnt der VDMA ab.

„Die Politik sollte nicht versuchen, der bessere Unternehmer zu sein, sondern sich auf ihre ursprüngliche Rolle konzentrieren, nämlich für gute, industriefreundliche Rahmenbedingungen zu sorgen“, sagt Brodtmann.

"Gute Industriepolitik ist technologieneutral, sorgt für exzellente Rahmenbedingungen und setzt ansonsten auf die Kraft der Märkte und der Unternehmen in Europa"