EU-Wettbewerbsrat ebnet Weg für Start von Horizont Europa

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Unter dem Vorsitz der deutschen Forschungsministerin Anja Karliczek hat der Wettbewerbsrat der EU eine weitere Hürde auf dem Weg zum nächsten Forschungsrahmenprogramm genommen und eine „generelle Ausrichtung “ verabschiedet. Damit ist der Weg frei für weitere Verhandlungen mit dem EU-Parlament. Ein pünktlicher Start zu Beginn 2021 ist damit möglich.

Aus Sicht des VDMA ist es zunächst gut, dass der Rat diese Hürde genommen hat. Gerade für eine erfolgreiche Bewältigung der Corona-Krise und ihrer langfristigen wirtschaftlichen Folgen ist es wichtig, dass die Europäische Union klare Signale für Forschung, Innovation und Technologie setzt. „Nur mit innovativen Lösungen und Zukunftstechnologien können Herausforderungen wie Klimaschutz angegangen werden und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gesichert werden“, sagt Dietmar Goericke, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung im VDMA, „Es ist daher wichtig, dass der Rat nun den Weg freigemacht hat“.

Grundsätzlich aber bleibt das Gesamtbudget von rund 85 Milliarden Euro enttäuschend. Insbesondere die Finanzierung des Pfeilers „Globale Herausforderungen und industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas“ ist unzureichend. In diesem Teilprogramm soll nicht nur Forschung zu so wichtigen Themen wie Gesundheit, Klimaschutz und Mobilität finanziert werden, sondern auch die Industrie- und Technologieforschung, wie etwa zu Produktionsverfahren, Materialien und Informationstechnologien. „Um die Forschung zu all diesen Themen zu finanzieren, wird das Budget kaum reichen“, so Dietmar Goericke. Bedauerlich ist auch, dass der Beitrag des Aufbauplans „Next Generation EU“ zur Europaforschung mit den derzeit vorgeschlagenen 5 Milliarden Euro eher klein ausfällt. Hier wurde eine Chance verpasst, Zukunftsfähigkeit und europäischen Mehrwert des Aufbauplans mit einem klaren Bekenntnis zur EU-Forschung zu untermauern.

 

 

Der VDMA fordert, dass diese knappen Gelder nun möglichst effizient und zielgerichtet genutzt werden. Ein wichtiges Instrument dazu sind Partnerschaften zwischen Industrie und EU-Kommission, wie etwa die geplante Initiative „Made in Europe“. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Aufrufe die richtigen Themen ansprechen und am Puls der Zeit sind.

"Um die Forschung zu all diesen Themen zu finanzieren, wird das Budget kaum reichen“