„EU-Bürger erwarten eine solide wirtschaftliche Perspektive“

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In der Krise gewinnt die EU an Vertrauen bei den Bürgern, Mitgliedsstaaten verlieren es. Der Europäische Rat muss jetzt die Weichen dafür stellen, dass dieses Vertrauen mit solider Wirtschaftspolitik ausgebaut wird.

Entschlossenes Handeln und Solidarität haben sich ausgezahlt: Laut einer Umfrage der EU-Agentur Eurofund haben in vielen Ländern die Bürger in der Corona-Krise mehr Vertrauen in die EU entwickelt, als in ihre Regierungen. Dieses Vertrauen ist aber auch an die Erwartung geknüpft, dass sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen in Europa wieder stabilisieren. Der Europäische Rat ist auf seiner Sondertagung gefordert, weitere Signale für eine stabile wirtschaftliche Zukunft zu setzen. Der Ruf nach wirtschaftlicher Autonomie ist jedoch kontraproduktiv: Jobs und Wohlstand entstehen durch offene Märkte und nicht durch Abschottung.

„Europas Bürger erwarten in erster Linie gute und sichere Arbeitsplätze und eine wirtschaftliche Perspektive.“

„Europas Bürger erwarten in erster Linie gute und sichere Arbeitsplätze und eine wirtschaftliche Perspektive“, sagt Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA. „Dazu brauchen wir wettbewerbsfähige Unternehmen, die fairen Zugang zu Binnenmarkt und Weltmärkten haben.“

Die Forderung nach Autonomie ist für den VDMA der falsche Weg: „Das klingt zu sehr nach Abschottung und Selbstgenügsamkeit. Europa muss politische und technologische Souveränität anstreben, damit die Unternehmen auf den Weltmärkten erfolgreich sein können und wir weiterhin die Vorteile von Handel, Export und Arbeitsteilung nutzen können“, betont der VDMA-Hauptgeschäftsführer.

Wirtschaftliche Souveränität entsteht nicht durch Abschottung oder das künstliche Schaffen von European Champions durch die Politik, sondern durch Technologieführerschaft, Innovation und offene Märkte. Der Maschinenbau ist hierfür das beste Beispiel. „Wir sollten nicht leichtfertig ein bewährtes Wohlstandsmodell aufs Spiel setzten, sondern weiterhin auf gute, industriefreundliche Rahmenbedingungen und offenen Zugang zum Weltmarkt setzen. Nur so können europäische Werte und das europäische Wirtschaftsmodell erfolgreich exportiert werden“, resümiert Brodtmann.