„Brexit-Einigung darf nicht an Fischereiquoten scheitern!“

shutterstock_676666975

Die große Mehrheit der Maschinen- und Anlagenbauer bereitet sich für den Brexit vorsorglich auf ein „No-Deal“-Szenario vor. Der VDMA fordert nochmals eine Kraftanstrengung der Politik.

  • Maschinenbau-Unternehmen rechnen mehrheitlich mit hartem Brexit
  • Gleiche Wettbewerbsbedingungen sind Grundvoraussetzung für Zugang zum Binnenmarkt
  • VDMA unterstützt seine Mitglieder mit exklusiven Informationen auf neuer Webseite

Die große Mehrheit der Maschinen- und Anlagenbauer glaubt nicht mehr an eine Verhandlungslösung beim Streitthema Brexit und bereitet sich vorsorglich auf ein „No-Deal“-Szenario vor. Das ergab ein Stimmungstest unter 63 VDMA-Mitgliedsfirmen, in dem fast 80 Prozent der Befragten angab, nicht mehr mit einer Einigung zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich zu rechnen. 70 Prozent der befragten VDMA-Mitglieder halten ihre britischen Geschäftspartner zudem für schlecht vorbereitet.

„Es ist Irrsinn, dass inmitten der größten Wirtschaftskrise nach dem Zweiten Weltkrieg die EU und Großbritannien auf einen harten Brexit zusteuern und die wirtschaftliche Situation der Unternehmen damit weiter belasten“, sagt VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. Vor allem, dass die Verhandlungen an einer fehlenden Einigung über Fischereiquoten zu scheitern drohen, stößt im Maschinen- und Anlagenbau auf Unverständnis. „Dass erfolgreiche und exportstarke Wirtschaftszweige wie der Maschinenbau womöglich unter den Querelen in einem volkswirtschaftlich relativ unbedeutenden Sektor leiden werden, ist absurd. Es ist im Interesse der Gesellschaft, dass die Politik jetzt alles tut, um die industriellen Säulen der europäischen Wirtschaft zu stabilisieren“, fordert Brodtmann. Als Enttäuschung bewertet er daher den EU-Gipfel in der vergangenen Woche, auf dem es keinen entscheidenden Fortschritt bei den Brexit-Verhandlungen gab.

"Es ist im Interesse der Gesellschaft, dass die Politik jetzt alles tut, um die industriellen Säulen der europäischen Wirtschaft zu stabilisieren!"

Der zweite große Streitpunkt in den Verhandlungen ist die Schaffung von gleichen Wettbewerbsbedingungen auf beiden Seiten des Ärmelkanals. Hierzu sagt der VDMA-Hauptgeschäftsführer: „Wir dürfen es auf keinen Fall zulassen, dass der EU-Binnenmarkt durch Sonderregelungen ausgehöhlt wird. Dies bedeutet, dass die Briten nur dann Zugang zum Binnenmarkt erhalten können, wenn sie sich an wesentliche Wettbewerbsregeln halten. Freier Zugang zum Binnenmarkt für möglicherweise hochsubventionierte Unternehmen aus Großbritannien wäre unfair und würde das Funktionieren der EU gefährden.“

Um seine Mitgliedsunternehmen bestmöglich auf den Brexit vorzubereiten, hat der VDMA eine eigene Webseite gestartet, auf der exklusive Informationen zu rechtlichen, steuerlichen und sonstigen praxistauglichen Brexit-Fragen veröffentlicht und stetig aktualisiert werden. Neben Checklisten und Merkblättern bietet der VDMA diverse Web-Seminare, wie zum Beispiel Expertengespräche zu Arbeitseinsätzen in Großbritannien für die Mitglieder an.

Die neue Brexit-Themenseite des VDMA finden Sie hier.