EU sucht Technologien für nachhaltigen Wohlstand

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Wie kann der Wandel hin zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise gelingen? Wie kann gleichzeitig der Wohlstand gesichert werden? Und vor allem, welche Technologien und Innovationen werden dazu gebraucht? Die Industrieforschungskonferenz „IndTech2020“ suchte am 27.Oktober nach Antworten. Mit an Bord: Dr. Eric Maiser, Leiter Future Business im VDMA.

Die Europäische Union hat sich hohe Ziele gesetzt: Klimaneutralität, Kreislaufwirtschaft, Technologische Souveränität - und das alles verbunden mit dem Versprechen, die europäische Lebensweise und den Wohlstand zu bewahren. Klar ist, dass dieser Spagat nicht ohne Technologie und Innovation gelingen kann. Auf der Konferenz „IndTech 2020“, organisiert von der EU-Kommission und der deutschen Ratspräsidentschaft, wurde klar, dass von der EU-Forschungspolitik ein substanzieller und möglichst kurzfristiger Beitrag zu diesen Zielen erwartet wird. Topthemen waren auch auf dieser Konferenz politisch gesetzte Schlagworte wie Batterieforschung, Wasserstoff, Digitalisierung oder die Kreislaufwirtschaft. Gleichzeitig ging es aber auch um die Frage, welche grundlegenden Zukunftstechnologien eine Rolle spielen werden.

Nächstes „big thing“: Biointelligenz?

Wie innovative Technologien und Erkenntnisse ihren Weg in die Industrie finden und welche zentrale Rolle der Maschinenbau als Enabler dabei spielt, machte Dr. Eric Maiser, Leiter des Competence Center Future Business im VDMA, auf dem Panel zu „Bioinspired and Biointelligent Technologies“ klar: „Der Maschinenbau integriert neue Technologien in Produkte, realisiert intelligente Produktion und steht damit im Zentrum nachhaltiger Wertschöpfung für viele Industriezweige“, erklärte Dr. Maiser. „Wir beschäftigen uns daher intensiv mit den Potenzialen von Zukunftstechnologien, von denen bereits einige Bio-inspiriert sind – von Leichtbau und Bio-Sensoren bis Selbstheilung und DNS-basierten Speichern. Möglicherweise ist nach Industrie 4.0 und Künstlicher Intelligenz nun Biointelligenz das nächste ‘big thing‘ für unsere Industrie.“, so Dr. Maiser.

Forschungspartnerschaft „Made in Europe“

Wie wichtig die europäische Zusammenarbeit für Innovation und Problemlösung ist, erklärte Zeljko Pazin, Generalsekretär der „European Factories of the Future Research Association“(EFFRA) im Panel zu „Horizon Europe Partnership“. „Wir brauchen gerade jetzt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit europäischer Unternehmer, Forschungsinstitute und Universitäten, um unsere Industrie nachhaltiger und wettbewerbsfähiger zu machen. Die geplante Partnerschaft „Made in Europe“ ist daher ein wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit“.

„IndTech2020“ ist Teil einer Konferenzreihe, die vom dem für Industrietechnologien zuständigen Referat („Prosperity“) der Generaldirektion Forschung der EU-Kommission durchgeführt wird. Ursprünglich sollte die Konferenz in Mainz stattfinden, sie wurde aber coronabedingt im Online-Format abgehalten.