Neuer VDMA-Präsident benennt Schwerpunkte

VDMA/Teichmann

Der Münchner Familienunternehmer Karl Haeusgen ist im Oktober 2020 zum neuen VDMA-Präsidenten gewählt worden. Er wird die nächsten vier Jahre die Stimme des Maschinen- und Anlagenbaus sein und die Interessen der rund 3.300 Mitgliedsunternehmen vertreten. Seine Schwerpunkte werden die weitere Europäisierung des Verbandes und die Positionierung der mittelständisch geprägten Industrie bei der Bewältigung der Corona-Pandemie, in der Klimapolitik, bei der Digitalisierung und in der Außenwirtschaft sein.

Karl Haeusgen

Karl Haeusgen ist Aufsichtsratsvorsitzender und Miteigentümer der HAWE Hydraulik SE. Ein weltweit agierendes Unternehmen, das mit hoher Wertschöpfungstiefe und Querschnittstechnologie für den Maschinenbau steht. In seiner Antrittsrede betonte der 54-Jährige die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen, die er mit den Vizepräsidenten Henrik Schunk und Bertram Kawlath angehen will.

Europa international stärken

Der Maschinenbau ist in Europa verwurzelt und vernetzt, das spiegelt sich auch im VDMA – dem größten Industrieverband Europas – wider. Die EU ist nicht nur Heimatmarkt, sondern auch gewichtige Stimme auf der internationalen Bühne, die für die Exportindustrie zunehmend schwieriger wird. Die Versuchung, mit Protektionismus auf Protektionismus zu reagieren, ist der falsche Weg. Jobs und Wohlstand entstehen durch offene Märkte und Freihandel. Die Organisation internationaler und effizienter Wertschöpfungsketten ist ureigene Aufgabe der Unternehmen. Sie kennen ihre Risiken und Chancen. Nur eine starke und integrierte EU kann freiheitliches Unternehmertum und offenen Zugang zu den Märkten sicherstellen.

Industrie braucht Freiraum

In der Corona-Krise sind das Konjunkturpaket und die vielen weiteren Hilfsprogramme die richtigen Sofortmaßnahmen. Die Herausforderung ist, auf dem Weg aus der Krise das angemessene Gleichgewicht zwischen notwendiger Intervention und freier Markwirtschaft zu finden. Staatliche Mittel müssen effizient für Innovationen und Investitionen eingesetzt werden. Technologieoffenheit und Vertrauen in die Schwarmintelligenz der Unternehmen sollten dabei die Leitlinien sein. Entsenderichtlinie, Sorgfaltspflichtengesetz, Recht auf Home-Office: Das sind Zusatzbelastungen in einer Regelungsdichte, die insbesondere kleine und mittlere Unternehmen unnötig belasten.

Wussten Sie, dass über 200 Unternehmen aus dem europäischen Ausland VDMA-Mitglied sind? Und die Zahl wächst. Der VDMA ist damit auf dem besten Weg, das führende Netzwerk des europäischen Maschinen- und Anlagenbaus zu werden.

Klimaschutz durch Marktwirtschaft

Der Green Deal und das Ziel, Europa bis 2050 zu einem treibhausgasneutralen Kontinent zu machen, ist Herausforderung und Chance zugleich. Der Maschinen- und Anlagenbau ist der Ermöglicher einer positiven Klima- und Energiezukunft. Die Maschinenbauunternehmen bieten für jeden denkbaren Technologiepfad geeignete Lösungen an. Diese Technologieführerschaft gilt es in einem freien Marktumfeld zu stärken. Insbesondere ist es entscheidend, bei einer Reform der Energiepreise, die Abgaben und Umlagen auf alle Energieträger an den CO2-Emissionen auszurichten. Ziel einer nationalen und europäischen Wasserstoffstrategie muss der schnelle industrielle Markthochlauf sein.

Freihandel statt Protektionismus

Der exportorientierte Maschinen- und Anlagenbau ist auf offene Märkte angewiesen. Protektionistischen Rufen sollte die EU nicht mit „Strategischer Autonomie“ antworten. Die geplante Verschärfung des Außenwirtschaftsrechts und die Außenwirtschaftsverordnung für Auslandsinvestitionen aus Drittstaaten sind der falsche Weg. Freihandelsabkommen u.a. mit Mercosur, sind der richtige und wichtige Weg. Unabdingbar sind auch das Freihandelsabkommen mit den USA und das Investitionsabkommen mit China. 

Digitalisierung als Chance

Der Einsatz von KI in der Industrie ist eine Chance, die nicht durch weitreichende Regulierung verkompliziert werden darf. Die europäische Cloudlösung GAIA-X ist ein ambitioniertes Projekt, das zügig umgesetzt und mit der EU-Datenstrategie verknüpft werden muss. Im Maschinenbau ist die herstellerübergreifende Kommunikation die Basis für Industrie 4.0. Die „Weltsprache der Produktion“ – der OPC UA Standard – kann zum Wettbewerbsvorsprung werden, da sie eine branchenspezifische Normung der Schnittstellen und Inhalte erlaubt.

Haeusgen live

Ein Interview mit Karl Haeusgen am Tag seiner Wahl finden Sie hier

Kontakt

Andreas Rade, Geschäftsführer VDMA Hauptstadtbüro,
Telefon +49 30 306946-16, E-Mail andreas.rade@vdma.org

Holger Kunze, Geschäftsführer European Office,
Telefon +32 2 7068-8123, E-Mail holger.kunze@vdma.org

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