Erfolgreiche Etappenziele der EU Circular Plastic Alliance

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Die Circular Plastic Alliance hat erste Etappenziele auf dem Weg zum besseren Umgang und Einsatz von recycelten Kunststoffen veröffentlicht. Der VDMA sieht darin großes Potential für die Maschinenbauindustrie.

Die EU hat sich zum Ziel gesetzt 10 Millionen Tonnen recycelte Kunststoffe in neue Produkte bis 2025 einzusetzen. Dieses Ziel stammt aus der EU-Kunststoffstrategie aus dem Jahr 2018. Damals hat die Kommission erkannt, dass dieses Ziel nicht ohne die gezielte Zusammenarbeit mit der Industrie erreicht werden kann. Daher wurde die sogenannte Circular Plastic Alliance (CPA) ins Leben gerufen, die ein Zusammenschluss aller Akteure entlang der gesamten Kunststoffwertschöpfung darstellt. Die Allianz besteht aus über 245 Mitgliedern aus Verbänden, Unternehmen und Mitgliedstaaten besteht. Der VDMA, der sich über seinen europäischen Dachverband Orgalim in die Allianz einbringt, hat diese Initiative von Anfang an positiv bewertet, da sie eine effiziente Herangehensweise und Einbindung der Industrie ermöglicht, gemeinsam an diesem Ziel zu arbeiten und es zu erreichen.

Arbeitsplan Design-for-Recycling

Das erste Ergebnis der Circular Plastic Alliance ist ein Arbeitsplan zum Design-for-Recycling von Kunststoffprodukten. Dieser Arbeitsplan listet 19 Kunststoffprodukte auf, die recyclingfähiger gemacht werden sollen. Die Produkte werden in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt: von der Landwirtschaft, dem Bauwesen über den Automobilsektor hin zu Verpackungen.

Würde der gesamte Kunststoffabfall, der durch diese 19 Kunststoffprodukte entsteht, recycelt werden, würde dies allein ausreichen, um das Ziel der 10 Millionen Tonnen zu erreichen. Die Analyse der CPA zeigt jedoch, dass derzeit nur die Hälfte dieses Abfalls gesammelt wird und noch weniger tatsächlich recycelt wird. Um dieses Problem anzugehen, wird die CPA:

  • Anfang 2021 weitere Kunststoffprodukte zu den 19 in der Liste hinzufügen
  • Anfang 2021 einen Bericht veröffentlichen, in dem untersucht wird, wie die Sammlung, Sortierung und das Recycling von Kunststoffabfällen in Europa gesteigert werden kann

Sachstandsbericht über gesammelte und sortierte Kunststoffabfälle

Die Circular Plastics Alliance lieferte zudem einen Sachstandsbericht über gesammelte und sortierte Kunststoffabfälle in Europa. Dieser Bericht gibt einen Überblick über die aktuelle Situation. Er zeigt, dass die fünf zentralen Bereiche, in denen Kunststoffe zum Einsatz kommen (Landwirtschaft, Bauwesen, Automobilsektor, Elektronik und im Verpackungsbereich), über 70% aller Kunststoffabfälle ausmachen, die jedes Jahr in Europa gesammelt werden (d.h. 21 Millionen Tonnen). Davon werden 44% (9,2 Millionen Tonnen) für das Recycling sortiert und an Recyclingbetriebe weitergeleitet, was zu 5,2 Millionen Tonnen in Europa produzierten recycelten Kunststoffen führt. Der Bericht fasst die Herausforderungen für eine verstärkte Sammlung und Sortierung von Kunststoffabfällen zusammen.

Überwachungssystem zur Verfolgung von Kunststoffströmen

Die Allianz hat insgesamt erste wichtige Schritte erzielt und plant weiter an dem vorgegebenen Ziel, 10 Mio. Tonnen recycelte Kunststoffe in neue Produkte einzusetzen, zu arbeiten. Dafür soll Anfang 2021 zunächst ein Überwachungssystem zur Verfolgung der Kunststoffströme in Europa, von der Abfallsammlung bis zum Recycling und zur Umwandlung, veröffentlicht werden. Dazu fordert die CPA die nationalen Behörden in Europa auf, zur Verbesserung der Daten über gesammelte Abfälle beizutragen. Zum anderen wird die CPA den benötigten Investitionsbedarfs ermitteln, damit die heute ungenutzten Potentiale gehoben werden können. Dabei spielen die Technologien des Maschinenbaus eine zentrale Rolle, da diese viele der noch vorhandenen Potentiale technologisch ermöglichen können.