„EFFRA“: Forum für Produktionsforschung in Europa

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Dialogplattform, Aushängeschild und Kooperationspartner der EU-Kommission: Wer in Europa zu Produktionsthemen forschen will, kommt um die „European Factories of the Future Association“ nicht herum.

Seit der Gründung im Jahr 2008 haben sich die Forschungspartnerschaft „Factories of the Future“ und der dazu gehörende Verband „EFFRA“ zum Dreh- und Angelpunkt der europäischen Produktionsforschung entwickelt: Wer grenzüberschreitend zu Themen wie Industrie 4.0, 3D-Druck, effizienter Produktion oder B2B-Online-Plattformen etwas unternehmen will, kann hier Informationen,  Forschungspartner und Zugang zu den Projekten der EU-Rahmenprogramme finden.  

Von der Partnerschaft mit der Politik zum Innovationsnetzwerk

Kernaufaufgabe von EFFRA ist es, zusammen mit der EU-Kommission die „Public-Private Partnerschaft“ (PPP) „Factories of the Future“ zu betreiben. Die Idee ist, dass sich Industrie, Forschungsinstitute und Universitäten auf der eine Seite und die EU-Kommission auf der anderen Seite zusammentun, um Forschungsprogramme industrierorientierter und effektiver zu gestalten. Dies geschieht beispielsweise durch eine enge Abstimmung beim Roadmapping und der Gestaltung der Arbeitsprogramme.

Diese „Public-Private-Partnership“ ist damit auch eine wichtige Dialogplattform für den Austausch mit der Politik zu aktuellen technologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen – vor dem Hintergrund der vielen Herausforderungen und ehrgeizigen Politikziele der EU wichtiger denn je. Aus Sicht eines Verbands wie dem VDMA ein wichtiger Aspekt: Mit EFFRA gibt es in Brüssel einen Leuchtturm, der die Forschungsbedarfe, aber auch Technologien und Lösungsangebote des Produktionssektors für die EU-Politik sichtbar macht.

Europäische Zusammenarbeit für Lösungen der Zukunft

Aus den in Arbeitsprogrammen gehen dann EU-Projekte hervor, in denen Partnerorganisationen aus ganz Europa in einem Projekt zusammenarbeiten: Das typische „FoF-Projekt“ hat 8-15 Partner aus 5-6 Ländern, läuft 3-4 Jahre und ein Budget von 5-15 Millionen Euro. Für die Teilnehmer geht es dabei nicht nur ums Fördergeld: Die Zusammenarbeit bringt Zugang zu neuen Ideen, Kompetenzen und Technologien. Die Kooperation findet aber nicht nur in den von der EU-Kommission geförderten Projekten statt: Ob die gemeinsame Arbeit an Forschungsroadmaps, dem Austausch auf Konferenzen oder die Teilnahme an Workshops zu aktuellen Themen wie Künstliche Intelligenz oder Cybersecurity – rund um das eigentliche Forschungsprogramm hat sich ein einzigartiges Kompetenz- und Dialognetzwerk entwickelt. Wichtig dabei ist, dass viele Angebote nicht nur Mitgliedern des Verbands offenstehen, sondern in einem offenen Innovationsnetzwerk ausgetauscht werden. Der Nutzen für Europa und seiner Bewohner:  Nur wenn die besten Köpfe aus europäischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen zusammenkommen, können Technologieführerschaft und die Nachhaltigkeitsziele erreicht werden.

„Made in Europe“ soll Erfolgsgeschichte fortsetzen

Für den VDMA ist diese „PPP“ eine Erfolgsgeschichte seit 2008: Unter dem Eindruck der damaligen Finanz- und Wirtschaftskrise hatten EU-Kommission und Vertreter des Manufuture-Technologienetzwerks die erste „Factories-of-the-Future“-Partnerschaft aufgesetzt – mit dem VDMA als Gründungsmitglied. Seitdem haben Produktionsthemen in der EU einen viel höheren Stellenwert – was auch die rund 1,8 Milliarden Euro an Forschungsgeldern zeigen, die seitdem in mehr als 320 Projekte geflossen sind.

Umso schöner ist es daher, dass eine Fortsetzung geplant ist: Unter dem Titel „Made in Europe“ soll es auch im nächsten Rahmenprogramm „Horizont Europa“ eine Partnerschaft für Produktionstechnologien geben. Der VDMA hat sich im Diskussionsprozess zwischen Politik und Wirtschaft intensiv für eine modernisierte Neuauflage eingesetzt. Für den VDMA würde sich mit “Made in Europe“ ein Kreis schließen: Damals wie heute gibt es eine Krise, die Europa gemeinsam und mit intensiver Kooperation bewältigen muss.