EU-Konsultation zur Überarbeitung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie

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Der VDMA nahm an der öffentlichen Konsultation zur Überarbeitung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie teil, einer der Maßnahmen, um das höhere Klimaziel der EU zu erreichen.

Die Überarbeitung der so genannten “Renewable Energy Directive” (RED II) ist Teil des europäischen Green Deal. Um das ehrgeizigere Klima-Ziel von 55% Emissionsreduktion bis 2030 (bisher 40%) zu erreichen, will die EU-Kommission den Übergang zu sauberer Energie beschleunigen. Dabei soll der Anteil erneuerbarer Energien bis 2030 38% bis 40% des Brutto-end-energieverbrauchs sein. 

Eine ehrgeizige RED II ist ein wesentlicher Bestandteil, um die höheren Klimaambitionen der EU zu erreichen. Der VDMA unterstützt das Ziel der EU-weiten Klimaneutralität bis 2050 und sieht, dass die Überarbeitung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie zu diesem Ziel beitragen kann.  

Gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle erneuerbaren Technologien notwendig, um EU-Klimaziele zu erreichen  

Der Maschinen- und Anlagenbau bietet viele innovative und klimafreundliche Technologielösungen. Diese Technologien können den Umstieg auf Klimaneutralität in vielen anderen Industriezweigen ermöglichen. Daher ist es im Rahmen der überarbeiteten Erneuerbare-Energien-Richtlinie von entscheidender Bedeutung, dass Anwender in allen Sektoren die Möglichkeit haben, die Technologielösung zu wählen, die am kostengünstigsten und am besten an die Bedürfnisse des Anwenders angepasst ist. Dies impliziert, dass es in der gesamten Verordnung gleiche Bedingungen geben muss und dass jeder Sektor Zugang zu allen erneuerbaren Technologien hat. Klima- und CO2-neutral zu werden, sollte neben der Systemeffizienz die Hauptpriorität sein.   

Spagat zwischen globalem Handel mit erneuerbaren Energien und Selbstversorgung  

Bei der Überarbeitung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie sollte das Potenzial zur globalen Erschließung erneuerbarer Energien berücksichtigt werden. Weltweit übersteigt das Angebot an erneuerbarer Energie den globalen Energiebedarf. Regionen mit einem hohen Anteil an Wind- oder Sonnenenergie können diese Energie in erneuerbare Gase oder Kraftstoffe umwandeln. Die Energie kann dann anderswo auf der Welt dorthin transportiert werden, wo sie benötigt wird - meist auf Basis der bestehenden Infrastruktur. So kann die EU viele Länder der Welt über den Handel an den wirtschaftlichen Vorteilen der Klimaneutralität teilhaben lassen.  

Die RED II, insbesondere das Prinzip "Energieeffizienz zuerst", sollte nicht als Steuerungsprinzip für bestimmte Technologien in der Energiepolitik eingesetzt werden. Das Prinzip besagt, dass direkt elektrifizierte Anwendungen effizienter sind als indirekt elektrifizierte wie Gas und Kraftstoffe. Dieses Argument gilt jedoch nur, wenn Energieautarkie unterstellt wird und die handels- und klimapolitischen Chancen von Energieimporten unberücksichtigt bleiben.   

Im kommenden Prozess wird die EU-Kommission die Ergebnisse der öffentlichen Konsultation prüfen und bis Mitte 2021 einen konkreten Gesetzesvorschlag einbringen. Der VDMA wird sich weiterhin mit seiner Expertise in den politischen Prozess einbringen