„EU-Regelung muss mittelstandsfreundlich und handhabbar sein“

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Ein europäisches Lieferkettengesetz muss berücksichtigen, was kleinere und mittlere Unternehmen realistisch erreichen können. Hunderte Lieferanten aus der ganzen Welt vollständig zu überwachen, ist gerade für Mittelständler nahezu unmöglich.

„Wir unterstützen das Ziel der Gesetzgebung, Menschenrechte zu schützen und Kinderarbeit zu beenden. Ein europäischer Ansatz ist definitiv besser als ein Flickenteppich von nationalen Alleingängen. Solch eine Gesetzgebung muss aber berücksichtigen, was vor allem kleinere und mittlere Unternehmen erreichen und beitragen können.

Das EU-Parlament fordert die EU-Kommission zu einer Gesetzesvorlage auf, die Unternehmen haftbar macht, wenn sie Menschenrechte, Umweltstandards und gute Regierungsführung verletzen oder dazu beitragen. EU-Parlament, EU-Kommission und Rat der EU müssen sich hier unbedingt auf einen realistischen Ansatz einigen!

Denn die mittelständisch geprägte Maschinenbauindustrie ist global vernetzt und sehr exportorientiert. Aufgrund der großen Produktvielfalt haben Maschinenbauer typischerweise sehr viele Lieferanten – teilweise hunderte – aus der ganzen Welt. Solche Ketten vollständig zu überwachen, ist gerade für Mittelständler nahezu unmöglich. Auch die jüngst geäußerten Vorstellungen des zuständigen EU-Kommissars Didier Reynders, dass Unternehmen gemeinsam mit lokalen Behörden an Lösungen arbeiten, ist weltfremd. Die zu bewältigenden Compliance-Aufgaben müssen für die mittelständischen und exportorientierten Unternehmen des Maschinenbaus handhabbar sein und die Belastungen müssen unbedingt in Grenzen gehalten werden.“

Eine virtuelle Podiumsdiskussion in Kooperation mit Euractiv zum europäischen Lieferkettengesetz, an der Vertreter von EU-Kommission (Kabinett Reynders), Zivilgesellschaft und VDMA-Vize-Präsident Bertram Kawlath teilnahm, fand am 9.3. um 15.30 Uhr statt.